Gefallene Sieger

Kein Dach mehr für Dacapo

Oliver Enderlein schließt seine Firma und taucht ab
Ehemaligen Siegern bei Business-Wettbewerben scheint es derzeit schlecht zu gehen. Erst gestern berichteten wir über den Pleitegang von Suite No. 3 – und heute ist schon der nächste dran: Dacapo, die Carport-Firma aus Herzfelde in Brandenburg.


Gründer Oliver Enderlein habe das Unternehmen dicht gemacht, berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Zudem seien die Beschäftigten offenbar entlassen und die Firmenhülle an einen neuen Geschäftsführer übertragen worden.

Oliver Enderlein in glücklicheren Tagen unter einem Carportdach

Ein Liebling sorgt für Verblüffung
Dacapo (www.carporte.de) galt als Liebling der Wirtschaftsförderer. Das 2004 gegründete Unternehmen war auf die Produktion von Unterständen für Autos spezialisiert, so genannten Carports. Dafür heimste die junge Firma und ihr Chef Enderlein einige Preise ein und wurde dafür nicht nur von sich selbst gelobt.

Auch biz-AWARDS stand der erfolgreiche Gründer Rede und Antwort.

Förderer und Unterstützer zeigten sich denn auch ziemlich verblüfft von der Pleite. Dacapo habe zu den "Hoffnungsträgern mit guten Marktaussichten"gehört, meinte beispielsweise Detlef Stronk, Geschäftsführer der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB), gegenüber der MAZ.

Merkwürdige Umstände
Diffus blieben bisher die Gründe für den Absturz des Hoffnungsträgers. Bei Anrufen auf der Bestellhotline des Unternehmens wird man der MAZ zufolge auf eine Adresse im österreichischen Klagenfurt verwiesen. Dort gebe es aber nur einen Briefkasten. Enderlein selbst bleibe auf zahlreichen früher verfügbaren Telefonnummern unerreichbar.

Kunden des Carpotsherstellers hätten sich wegen bisher nicht gelieferter Carpots bereits bei der Rüdersdorfer Stadtverwaltung gemeldet, zu der Herzfelde gehöre.

Ein möglicher Grund für die Pleite: Enderlein habe Mitte 2008 ein Dreier-Unternehmen gründen wollen, so ein Gesellschafter der ebenfalls auf Carports spezialisierten Carport-Union in Strausberg (Märkisch-Oderland) zur MAZ. Dabei habe sich wohl gezeigt, dass die Firma vor der Zahlungsunfähigkeit stehe.

Und die Fördergelder?
Laut MAZ bezog DaCapo auch Fördermittel der brandenburgischen Investitionsbank (ILB) für die Gründung und den Ausbau von Dacapo in Herzfelde. Für eine Förderung bestehe die Zusicherung des Unternehmens, vier Arbeitsplätze zu schaffen. Die Bindungsfristen seien für diese Jobs noch nicht abgelaufen. Die ILB werde der Angelegenheit nun nachgehen.


Zur Originalmeldung der Märkischen Allgemeinen

2 Kommentare:
von Kehrer am 23.01.2009 - 19:42 UhrDas dies einmal passieren wird, dass war mir schon lange klar. Ich habe Herrn Enderlein 2003 kennengelernt. Als Zimmerermeister habe ich Ihm erst einmal gezeigt wie man Carporte baut. 2004 haben wir die Dacapo GmbH gegründet. Seine Profilgeilheit stank zum Himmel und ich habe mich sehr schnell und auch unter finanziellen Verlust verabschiedet. Ende 2004 war die Firma schon pleite. Was ich nicht verstehe? Warum wird sowas vom Staat unterstützt? Forschen diese nicht mal nach, bevor Sie soviel Staatsgelder vergeben? Traurig aber wahr. Bertram Kehrer www.hobak.de
von Carsten Schütt am 23.01.2009 - 12:19 UhrAnmerkung zum Fall "Dacapo" von Carsten Schütt, ehemaliger Gesellschafter-ANWÄRTER der Dacapo:
Die Arroganz und Ignoranz des Oliver Enderlein ist ohne Beispiel.
Die "illoyalen" Mitgesellschafter, als die er sie nun bezeichnet, die aus einem mehr schlecht als recht "geführten" Unternehmen unter hohen finanziellen und zeitlichen Aufwänden sich anstrengten, erst eine wirkliche Firma zu machen, und sie damit vor dem drohenden Untergang zu retten, diesen "illoyalen" Mitgesellschaftern schuldet Herr Enderlein bis heute mehr als 300 T€. Dieser Verantwortung entzog er sich bewusst durch den Verkauf seiner Firma. Und es gibt viele mehr, deren Existenz durch die Kaltblütigkeit des OE bedroht ist.
Das, was von zahlreichen verärgerten Kunden in diversen Foren bemängelt wurde, ist genau den Nagel auf den Kopf getroffen, in der Firma keine Organisation, keine Struktur, kein Service, der Kunde als Melkkuh und im Übrigen als STÖRFAKTOR. Was gilt, das war das schnelle Geld! Und OE's Profilneurose!
Alle Versuche seitens der künftigen Mitgesellschafter eine Lösung MIT Herrn Enderlein und den Banken zu finden, bei der eben keine Politik der verbrannten Erde gemacht werden sollte, scheiterten letztlich an der Unvernunft und dem Starrsinn des OE und führten im Ergebnis dazu, dass er eben kurzerhand seinen beabsichtigten Mitgesellschaftern den Stuhl vor die Tür stellte und dies natürlich wieder ohne zuvor das Gespräch zu suchen.
Bleibt zu hoffen, dass seitens der staatlichen Stellen mit der geboten Gründlichkeit in Sachen Dacapo ermittelt wird, derlei Affären finden in unserem Land immernoch viel zu viele statt.
Anzumerken bleibt vom Verfasser noch, dass von seiner Seite jedenfalls alles für eine umfassende Aufklärung in dieser Sache beigetragen werden wird.
Weiterhin ist zu hoffen, dass die nun berichtenden Medien sich Ihrer VERANTWORTUNG für ihre Leserschaft und Zuhörer- bzw. Zuschauerschaft voll bewusst sind und dass somit Sachlichkeit und Ausgewogenheit in ihren Artikeln und Beiträgen Platz greifen.
Dies ist vor allem schon für die vielen in dieser Sache Geschädigten höchstes Gebot.
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