TOP 100 - Die 100 innovativsten Unternehmen im Mittelstand
Wie machen es die Innovatoren?
Vor der Preisverleihung traf biz-AWARDS die diesjährigen Gewinner von top100 in einem informellen Pressegespräch im Hyatt Berlin. Lesen Sie hier die Rezepte der innovativsten Unternehmen.
"Von Ardenne Anlagentechnik GmbH" ist "Innovator des Jahres". Die Jury habe vor allem die Beharrlichkeit Von Ardennes beeindruckt. Immer wieder schafft es der Anlagenbauer aus Dresden, neue Produkte auf dem Markt zu bringen:
5+3+7=15: Eine Formel und ein Kompromiss
biz-AWARDS fragte Von-Ardenne-Geschäftsführer Peter Lenk, wie er es schafft, konstant Neuerungen einzuführen.
"Wir entwickeln ständig neue Produkte für unsere Kunden", sagt Lenk. "Aber wir überzeugen unsere Auftraggeber dennoch, das wir das jeweilige Produkt an andere Kunden weiter vermarkten dürfen, auch wenn die Neuerung damit einem Wettbewerber zu Gute kommt. Ich sage immer, dass wir ja schließlich auch einen großen Teil in die Ehe mitbringen."
5+3+7= 15 sei die Formel für den Erfolg, sagt Lenk. "Insgesamt geben wir 15 Prozent unseres Umsatzes für Entwicklungen aus. Den Löwenanteil der Kosten trägt der Kunde, für den wir ein Produkt entwickeln; dafür steht die '7'. Die '3' steht für den Anteil, den wir aus öffentlichen Fördergeldern finanzieren und die '5' ist das Kapital, das wir einbringen."
Da die Kunden einen beträchtlichen Teil an den Entwicklungskosten Von Ardennes tragen, kommt Lenk seinen Partnern auch gerne entgegen: "Wir vereinbaren z.B., dass wir zwei Jahre warten, bis wir das Produkt an einen anderen Kunden verkaufen."
Probeduschen als Marketing-Instrument
Für "Innovationsmarketing" bekommt die Firma Hansgrohe AG die Top-100-Auszeichnung. Der Hersteller von Sanitärtechnik feiert mit seiner neuen "Raindance"-Dusche Verkaufserfolge auf dem umkämpften Markt.
Carsten Tessmer, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sagt, mit den Preisen der Billiganbieter könne Hansgrohe nicht mithalten. "Da hilft nur Innovation: Wir versprechen ein ganz neues Duscherlebnis", sagt Tessmer.
Wenn es darum gehe, den Nutzen eines innovativen Produktes zu vermitteln, müsse das Marketing bereits in der Produkt-Entstehungsphase ansetzen, sagt Tessmer.
"Unsere Marketing-Leute sind bei der Entwicklung von 'Raindance' dabei gewesen und haben außerdem mit den ersten Prototypen probegeduscht."
Probeduschen als Marketing-Instrument funktioniere auch auf der Käuferseite, sagt Tessmer. "Wir gewähren unseren Kunden eine zweiwöchige Dusch-Test-Phase, erst dann wird bezahlt. Nach den zwei Wochen wollen die Leute den Duschkopf behalten. Wir haben Rücklaufzahlen unter 5 Prozent."
Sieger in der Kategorie "Innovationsklima" ist die "GWS Gesellschaft für Warenwirtschaft". Die GWS vermietet z.B. Software an Handelsbetriebe.
Sonderkommando Innovation
GWS-Geschäftsführer Helmut Benefader sagt, GWS sei unter anderem innovativ, weil in den verschiedenen Arbeitsgruppen offen diskutiert werde.
"Die Leute akzeptieren die Eigenheiten ihrer Kollegen. Wir haben z.B. einen Internet-Spezialisten, dessen Stärke es ist, neue Ideen einzubringen. Dafür kann er nicht so gut Projekte organisieren, das machen Andere. Die Kollegen nutzen seine Stärken und verzeihen ihm seine Schwäche."
"Bei Fehlern stellen wir keine Schuldfrage"
CSS GmbH-Geschäftsführer Michael Friemel ist Preisträger in der Kategorie "Innovationsförderndes Top-Management". CSS stellt eine Finanzsoftware her.
Die meisten der 52 Mitarbeiter der CSS schlagen regelmäßig Verbesserungen vor. Geschäftsführer Friemel führt das darauf zurück, dass jeder Mitarbeiter in seiner Arbeit den eigenen Anteil am Unternehmenserfolg sieht.
Jeden zweiten Freitag frühstücken die Mitarbeiter der CSS gemeinsam. Dabei präsentiert z.B. Friemel die Neuigkeiten im Unternehmen. Friemel bevorzugt das offene Wort gegenüber dem Schriftverkehr. "Da kennen wir keine Hierarchien", sagt der Unternehmer.
Welche neue Kunden sind gewonnen? Welche Kunden hat CSS verloren? – auch wenn die präsentierten Neuigkeiten nicht immer positiv sind, gehe es in den Gesprächsrunden nie um die Schuldfrage, sagt Friemel: "Wenn wir einen Kunden verlieren, dann fragen wir uns: 'Was hat gefehlt?' und 'Was müssen wir tun?'."
Besonders gut könne Krüss Netzwerke zu seinen Kunden und Zulieferern herstellen, sagt Bünz. "Wir veranstalten z.B. Tagungen, auf denen unsere wissenschaftlichen Partner aus dem Max Planck Institut vor unseren Kunden von ihrer Arbeit berichten. Auch die anschließenden Gespräche nutzen unsere Kunden gerne, um einmal über den Tellerrand zu schauen."
Innovation als Überlebensstrategie
Silke Masurat, Sprecherin von top 100, verriet biz-AWARDS die Botschaft des Preises.
"Innovation ist kein Luxus sondern eine überlebenswichtige Unternehmensstrategie. Das repräsentieren die Gewinner dieses Jahr wieder sehr gut."
Mit Von Ardenne ist erstmalig ein ostdeutsches Unternehmen Innovator des Jahres. Für Masurat erklärt sich das aus der unterschiedlichen Bekanntheit des Preises in Ost und West:
"top 100 ist in den alten Bundesländern weitaus bekannter. Etwa zehn Prozent unserer rund 200 Teilnehmer kamen dieses Jahr aus den neuen Ländern – das sind immerhin drei Prozent mehr, als in den Jahren zuvor."
"Von Ardenne Anlagentechnik GmbH" ist "Innovator des Jahres". Die Jury habe vor allem die Beharrlichkeit Von Ardennes beeindruckt. Immer wieder schafft es der Anlagenbauer aus Dresden, neue Produkte auf dem Markt zu bringen:
- 80 Prozent des Umsatzes macht Von Ardenne mit Neuentwicklungen.
- In den letzten drei Jahren sind 32 Patente von dem Unternehmen angemeldet worden.
5+3+7=15: Eine Formel und ein Kompromiss

"Wir entwickeln ständig neue Produkte für unsere Kunden", sagt Lenk. "Aber wir überzeugen unsere Auftraggeber dennoch, das wir das jeweilige Produkt an andere Kunden weiter vermarkten dürfen, auch wenn die Neuerung damit einem Wettbewerber zu Gute kommt. Ich sage immer, dass wir ja schließlich auch einen großen Teil in die Ehe mitbringen."
5+3+7= 15 sei die Formel für den Erfolg, sagt Lenk. "Insgesamt geben wir 15 Prozent unseres Umsatzes für Entwicklungen aus. Den Löwenanteil der Kosten trägt der Kunde, für den wir ein Produkt entwickeln; dafür steht die '7'. Die '3' steht für den Anteil, den wir aus öffentlichen Fördergeldern finanzieren und die '5' ist das Kapital, das wir einbringen."
Da die Kunden einen beträchtlichen Teil an den Entwicklungskosten Von Ardennes tragen, kommt Lenk seinen Partnern auch gerne entgegen: "Wir vereinbaren z.B., dass wir zwei Jahre warten, bis wir das Produkt an einen anderen Kunden verkaufen."
Probeduschen als Marketing-Instrument

Carsten Tessmer, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sagt, mit den Preisen der Billiganbieter könne Hansgrohe nicht mithalten. "Da hilft nur Innovation: Wir versprechen ein ganz neues Duscherlebnis", sagt Tessmer.
Wenn es darum gehe, den Nutzen eines innovativen Produktes zu vermitteln, müsse das Marketing bereits in der Produkt-Entstehungsphase ansetzen, sagt Tessmer.
"Unsere Marketing-Leute sind bei der Entwicklung von 'Raindance' dabei gewesen und haben außerdem mit den ersten Prototypen probegeduscht."
Probeduschen als Marketing-Instrument funktioniere auch auf der Käuferseite, sagt Tessmer. "Wir gewähren unseren Kunden eine zweiwöchige Dusch-Test-Phase, erst dann wird bezahlt. Nach den zwei Wochen wollen die Leute den Duschkopf behalten. Wir haben Rücklaufzahlen unter 5 Prozent."
Sieger in der Kategorie "Innovationsklima" ist die "GWS Gesellschaft für Warenwirtschaft". Die GWS vermietet z.B. Software an Handelsbetriebe.
Sonderkommando Innovation

"Die Leute akzeptieren die Eigenheiten ihrer Kollegen. Wir haben z.B. einen Internet-Spezialisten, dessen Stärke es ist, neue Ideen einzubringen. Dafür kann er nicht so gut Projekte organisieren, das machen Andere. Die Kollegen nutzen seine Stärken und verzeihen ihm seine Schwäche."
"Bei Fehlern stellen wir keine Schuldfrage"

Die meisten der 52 Mitarbeiter der CSS schlagen regelmäßig Verbesserungen vor. Geschäftsführer Friemel führt das darauf zurück, dass jeder Mitarbeiter in seiner Arbeit den eigenen Anteil am Unternehmenserfolg sieht.
Jeden zweiten Freitag frühstücken die Mitarbeiter der CSS gemeinsam. Dabei präsentiert z.B. Friemel die Neuigkeiten im Unternehmen. Friemel bevorzugt das offene Wort gegenüber dem Schriftverkehr. "Da kennen wir keine Hierarchien", sagt der Unternehmer.
Welche neue Kunden sind gewonnen? Welche Kunden hat CSS verloren? – auch wenn die präsentierten Neuigkeiten nicht immer positiv sind, gehe es in den Gesprächsrunden nie um die Schuldfrage, sagt Friemel: "Wenn wir einen Kunden verlieren, dann fragen wir uns: 'Was hat gefehlt?' und 'Was müssen wir tun?'."
Netzerk zwischen Kunden und Zulieferern
Alexander Bünz, Geschäftsführer der "KRÜSS GmbH" nimmt den Preis für "Innovative Prozesse und Organisation" entgegen. Krüss entwickelt Verfahren und Messgeräte für Kunden verschiedener Branchen: Von Automobilzulieferern bis Laborgeräteherstellern.Besonders gut könne Krüss Netzwerke zu seinen Kunden und Zulieferern herstellen, sagt Bünz. "Wir veranstalten z.B. Tagungen, auf denen unsere wissenschaftlichen Partner aus dem Max Planck Institut vor unseren Kunden von ihrer Arbeit berichten. Auch die anschließenden Gespräche nutzen unsere Kunden gerne, um einmal über den Tellerrand zu schauen."
Innovation als Überlebensstrategie

"Innovation ist kein Luxus sondern eine überlebenswichtige Unternehmensstrategie. Das repräsentieren die Gewinner dieses Jahr wieder sehr gut."
Mit Von Ardenne ist erstmalig ein ostdeutsches Unternehmen Innovator des Jahres. Für Masurat erklärt sich das aus der unterschiedlichen Bekanntheit des Preises in Ost und West:
"top 100 ist in den alten Bundesländern weitaus bekannter. Etwa zehn Prozent unserer rund 200 Teilnehmer kamen dieses Jahr aus den neuen Ländern – das sind immerhin drei Prozent mehr, als in den Jahren zuvor."
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