Businessplan-Wettbewerb Nordbayern

Start-ups schaffen Arbeitsplätze, bemängeln aber den Fachkräftemangel


Während die Zahl der Gründungen bundesweit abnimmt, steigen die Teilnehmerzahlen bei Gründerwettbewerben immer weiter. Was wie ein Widerspruch klingt, ist keiner. Gründer nutzen Wettbewerbe gezielt als Sprungbrett, wie das Beispiel des Businessplan-Wettbewerbs Nordbayern (BPWN) zeigt.


Der Veranstalter, das netzwerk|nordbayern, hat sein abgelaufenes Geschäftsjahr analysiert und stellt fest: 10 Prozent mehr Teilnehmer als im Vorjahr und 250 neu geschaffene Arbeitsplätze durch die bisherigen Teilnehmer. Aber: Der Fachkräftemangel wirkt sich negativ auf das Wachstum der Start-ups aus.

Gegen den Trend
Mit 145 teilnehmenden Teams in 2007 erreichte der Businessplan-Wettbewerb fast zehn Prozent mehr Teilnehmer als im Vorjahr. Damit bewege sich der Wettbewerb gegen den bundesweiten Trend, wie die Geschäftsführer Benedikte Hatz und Arne-G. Hostrup zufrieden feststellten.

Bundesweit spricht zum Beispiel das Institut für Mittelstandsforschung von einem zehnprozentigen Rückgang der bundesweiten Gründungen im ersten Halbjahr 2007. Selbst der beliebte High-Tech-Sektor konnte keine Steigerung bei der Zahl der Neugründungen verbuchen, so das Ergebnis einer Studie der Gründerinitiative "unternimm was".

Die Steigerung beim BPWN kommt nicht von ungefähr. Gründer suchen über den Wettbewerb gezielt nach Kapitalgebern. Im letzten Geschäftsjahr verzeichnete allein das netzwerk|nordbayern über 230 Anfragen.

Mehr Mitarbeiter, mehr Umsatz
Wichtiger als die nackten Zahlen ist laut netzwerk|nordbayern aber die Qualität, mit der die Teilnehmer nach dem Wettbewerb weiterarbeiten. So sind von den rund 1.300 Teams, die seit dem Start des BPWN 1999 angetreten sind, heute noch 410 als Unternehmen auf dem Markt.

Diese erwirtschafteten 2006 immerhin einen Umsatz von insgesamt 254,4 Millionen Euro. Das letzte Jahr erwies sich dabei als besonders ertragreich: Fast ein Drittel konnte seinen Umsatz im Schnitt um die Hälfte steigern.

Das hatte auch Auswirkungen auf die Zahl der Mitarbeiter. Zusammen beschäftigen die ehemaligen Teilnehmer 2.613 Mitarbeiter (Stand: 31.08.2007). "Das sind im Vergleich zum Vorjahr rund 250 Arbeitsplätze mehr", so Hatz und Hostrup. Nordbayern zeige sich damit als attraktiver Arbeitgeber für Start-ups.

Fachkräftemangel bremst das Wachstum
Getrübt werden die guten Zahlen allerdings vom Fachkräftemangel. Viele Gründer aus Nordbayern berichteten, dass insbesondere Programmierer und Ingenieure schwer zu finden seien.

Teilweise könnten Stellen gar nicht besetzt werden, ohne bei der Qualifikation der Bewerber Abstriche in Kauf zu nehmen. "Dies führt dazu, dass Unternehmen langsamer oder nicht so umfassend wie eigentlich möglich wachsen. Auch steigen die Kosten für die Besetzung offener Stellen, da beispielsweise mehr Anzeigen geschaltet werden müssen oder ein Headhunter eingesetzt wird. Diese Mittel fehlen dem Unternehmen dann aber an anderer Stelle", schlussfolgern Benedikte Hatz und Arne-G. Hostrup.

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