Buchtipp
Rosetta Meier: Sparen bis der Arzt nicht mehr kommt
oder 'Franchising: eine Lösung für mehr Qualität und Kosteneffizienz im Gesundheitswesen?'
In der Wirtschaftskrise braucht das Land neue Idee – auch im Gesundheitswesen. Eine Möglichkeit dafür zeigt Autorin Rosetta Meier. Ihre These: Franchise-Systeme im Gesundheitswesen können die Qualität von Behandlungen verbessern – und gleichzeitig die Kosten senken.
Die Arztpraxis als Franchise-Nehmer: für die Autorin durchaus vorstellbar. Auf den 85 Seiten des Buches erfahren Branchenkenner und angehende Franchiser im Gesundheitswesen, wie es gehen kann.
Franchising im Überblick
Zunächst beschreibt die Autorin Prinzip, Nutzen und Kennzeichen von Franchise-Systemen. Anschließend erläutert sie die Besonderheiten von Franchise-Systemen im Gesundheitswesen. Im Mittelpunkt stehen dabei bestehende Franchiser wie Fielmann und DocMorris, aber auch Unternehmen wie McFit, die sich im Gesundheitsbereich tummeln:
• Diese sorgen im wachsenden Gesundheitsmarkt für mehr Wettbewerb.
• Und sie vereinen Transparenz, Qualitätskontrolle und Kosteneffizienz im Hinblick auf die Bedürfnisse der Patienten.
Messbare Qualitätsstandards sind Voraussetzung
Voraussetzung dafür seien entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen – insbesondere verbindliche und messbare Qualitätsstandards. So könnten Krankenkassen zum Beispiel direkte Leistungsverträge mit Ärzten zu schließen – ohne Umweg über die Kassenärztlichen Vereinigungen.
Drei Ebenen der Qualität wären dafür entscheidend:
• Struktur: die Rahmenbedingungen für die individuelle medizinische Versorgung
• Prozess: zum Beispiel Wartezeiten für Behandlungen und (Not-)Aufnahmen
• Ergebnis: zum Beispiel Komplikationen nach der Behandlung.
Nutzen und Risiken
Mögliche Vor- und Nachteile von Franchising im Gesundheitswesen fasst die Autorin am Ende des Buches zusammen. Den Nutzen sieht Rosetta Meier anderem darin, dass:
• Franchise-Nehmer auf ein laufendes Geschäft und einen festen Kundenstamm zurückgreifen können – etwa Praxen in entlegenen Gebieten.
• sich der administrative Aufwand verkürzt und mehr Zeit für Patienten bleibt
• Qualitätskontrollen sowie Weiterbildungen der Franchise-Nehmer die Qualität der medizinischen Versorgung erhöhen und Missstände frühzeitig erkannt werden
• den Patienten standardisierte – und damit günstigere – Zusatzleistungen angeboten werden können.
Mögliche Risken:
• das fehlende unternehmerische Know-how vieler Ärzte als Franchise-Nehmer
• eine mögliche Beschränkung der Franchise-Nehmer durch den Franchise-Geber, zum Beispiel durch billige, aber weniger wirkungsvolle Medikamente
• Image-Verluste, etwa wenn die Qualitätsstandards nicht strikt überprüft und eingehalten werden.
Das Fazit der Autorin: Franchise-Systeme in der Gesundheitswirtschaft funktionieren. Das bestätigten auch Experten wie Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen: "Grundsätzlich kann ich mir das für jede normale ärztliche Behandlung vorstellen." (S. 37)
Zum Buch

"Sparen bis der Arzt nicht mehr kommt.
oder Franchising: eine Lösung für mehr Qualität und Kosteneffizienz im Gesundheitswesen?"
1. Auflage 2008
85 Seiten
Tectum Verlag
19,90 Euro
ISBN: 978-3828896376
www.tectum-verlag.de
Leseprobe
S. 75 f.: "Die Idee, Franchise-Verfahren im Gesundheitswesen zu etablieren, entstand aus der Erkenntnis, dass mittel- und langfristige Einsparungen dringend nötig sind, um das Gesundheitssystem wenigstens teilweise zu erhalten mit dem Hauptziel, eine pragmatische Alternative zu entwickeln, die der aktuellen Mischung aus Überteuerung, Misswirtschaft und sozial ungerechten globalen Einsparungen die Stirn bieten kann und trotzdem Qualitätsstandards beibehält, wenn nicht verbessert, indem einheitliche Bewertungsrichtlinien geschaffen werden, welche eine Überprüfung von Standards ermöglichen."
Die Arztpraxis als Franchise-Nehmer: für die Autorin durchaus vorstellbar. Auf den 85 Seiten des Buches erfahren Branchenkenner und angehende Franchiser im Gesundheitswesen, wie es gehen kann.
Franchising im Überblick
Zunächst beschreibt die Autorin Prinzip, Nutzen und Kennzeichen von Franchise-Systemen. Anschließend erläutert sie die Besonderheiten von Franchise-Systemen im Gesundheitswesen. Im Mittelpunkt stehen dabei bestehende Franchiser wie Fielmann und DocMorris, aber auch Unternehmen wie McFit, die sich im Gesundheitsbereich tummeln:
• Diese sorgen im wachsenden Gesundheitsmarkt für mehr Wettbewerb.
• Und sie vereinen Transparenz, Qualitätskontrolle und Kosteneffizienz im Hinblick auf die Bedürfnisse der Patienten.
Messbare Qualitätsstandards sind Voraussetzung
Voraussetzung dafür seien entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen – insbesondere verbindliche und messbare Qualitätsstandards. So könnten Krankenkassen zum Beispiel direkte Leistungsverträge mit Ärzten zu schließen – ohne Umweg über die Kassenärztlichen Vereinigungen.
Drei Ebenen der Qualität wären dafür entscheidend:
• Struktur: die Rahmenbedingungen für die individuelle medizinische Versorgung
• Prozess: zum Beispiel Wartezeiten für Behandlungen und (Not-)Aufnahmen
• Ergebnis: zum Beispiel Komplikationen nach der Behandlung.
Nutzen und Risiken
Mögliche Vor- und Nachteile von Franchising im Gesundheitswesen fasst die Autorin am Ende des Buches zusammen. Den Nutzen sieht Rosetta Meier anderem darin, dass:
• Franchise-Nehmer auf ein laufendes Geschäft und einen festen Kundenstamm zurückgreifen können – etwa Praxen in entlegenen Gebieten.
• sich der administrative Aufwand verkürzt und mehr Zeit für Patienten bleibt
• Qualitätskontrollen sowie Weiterbildungen der Franchise-Nehmer die Qualität der medizinischen Versorgung erhöhen und Missstände frühzeitig erkannt werden
• den Patienten standardisierte – und damit günstigere – Zusatzleistungen angeboten werden können.
Mögliche Risken:
• das fehlende unternehmerische Know-how vieler Ärzte als Franchise-Nehmer
• eine mögliche Beschränkung der Franchise-Nehmer durch den Franchise-Geber, zum Beispiel durch billige, aber weniger wirkungsvolle Medikamente
• Image-Verluste, etwa wenn die Qualitätsstandards nicht strikt überprüft und eingehalten werden.
Das Fazit der Autorin: Franchise-Systeme in der Gesundheitswirtschaft funktionieren. Das bestätigten auch Experten wie Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen: "Grundsätzlich kann ich mir das für jede normale ärztliche Behandlung vorstellen." (S. 37)
Zum Buch

"Sparen bis der Arzt nicht mehr kommt.
oder Franchising: eine Lösung für mehr Qualität und Kosteneffizienz im Gesundheitswesen?"
1. Auflage 2008
85 Seiten
Tectum Verlag
19,90 Euro
ISBN: 978-3828896376
www.tectum-verlag.de
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S. 75 f.: "Die Idee, Franchise-Verfahren im Gesundheitswesen zu etablieren, entstand aus der Erkenntnis, dass mittel- und langfristige Einsparungen dringend nötig sind, um das Gesundheitssystem wenigstens teilweise zu erhalten mit dem Hauptziel, eine pragmatische Alternative zu entwickeln, die der aktuellen Mischung aus Überteuerung, Misswirtschaft und sozial ungerechten globalen Einsparungen die Stirn bieten kann und trotzdem Qualitätsstandards beibehält, wenn nicht verbessert, indem einheitliche Bewertungsrichtlinien geschaffen werden, welche eine Überprüfung von Standards ermöglichen."
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von Andi am 14.01.2010 - 12:55 UhrEinfach mal "Weissberger" und "Franchising" googeln und vergleichen ;-)
von Andi am 14.01.2010 - 12:53 Uhrhttp://www.uni-trier.de/fileadmin...
von Andi am 14.01.2010 - 12:51 UhrZum gleichen Thema ebenfalls lesenswert (allerdings bereits von 2002):
http://www.uni-trier.de/f...
http://www.uni-trier.de/f...
von Mario am 27.03.2009 - 14:17 UhrHallo Frau Mechler,
da war die Formulierung nicht ganz richtig. Ist jetzt korrigiert und eindeutig. Danke für den Hinweis.
da war die Formulierung nicht ganz richtig. Ist jetzt korrigiert und eindeutig. Danke für den Hinweis.
von Sarah Mechler am 24.03.2009 - 16:29 UhrBei McFit handelt es sich allerdings mitnichten um ein Franchise Konzept - auch wenn es durch die Expansionsgeschwindigkeit so scheint ;-)


