Serie: Alles über Business-Wettbewerbe

Die besten Tipps der Sieger – Teil 2


In unserer Rubrik Siegertipps stellen Gewinner bereits seit einiger Zeit eine Besonderheit ihres Unternehmerlebens vor. Wir haben die besten Tipps herausgesucht. Im zweiten Teil geht es um Tipps aus den Rubriken Gründer und Junior.


Tipp 1: Besuche Deinen Kunden
"Unsere Projekte dauern meist mehrere Jahre. Daher gilt es, möglichst früh in den Entscheidungsprozess zwischen Kunde und Designer einzugreifen. […] Am besten funktioniert das über Besuche.
...
Besuche bei uns dauern ungefähr einen halben Tag. An diesem lernen wir die Wünsche des Designers und des Kunden noch genauer kennen. Das verkürzt die Projektzyklen um mehrere Monate und erspart uns viele Telefonate und E-Mails.

Bei den Gesprächen verfolgen wir den Ansatz, die Dinge offen auf den Tisch zu legen. Wir sprechen Probleme an, geben Hinweise und Ratschläge – schreiben aber nie vor! Die Wünsche des Kunden bleiben immer vorrangig."
(Andreas Knauff, Prokurist / Organisation REHOLZ GmbH, www.reholz.de)

Tipp 2: Beraten lassen
"Den Namen für mein Geschäft habe ich z.B. gefunden, weil die Leute sagten: 'Da kommt der Keksbäcker', wenn ich mit meinen Kisten unterm Arm bei meinen Kunden war.

Als ich die Bäckerei von meinem Schwiegervater übernommen habe, hießen wir noch 'Keksfabrikation Appel'. Wenn ich mich mit diesem Namen am Telefon vorgestellt habe, dachten die Leute, es ginge um Computer. Mit dem neuen Namen ist sofort klar: Es geht um Kekse.

Ich höre auch gerne auf meine PR-Beraterin. Wahrscheinlich bin ich der einzige kleine Bäcker mit einer PR-Beraterin, aber für mich hat sich das gelohnt.

Meine Beraterin […] riet mir, zum Beispiel anstelle eines PR-Artikels in der Zeitung […] einen Tag der offenen Tür zu veranstalten. Der Tag war ein voller Erfolg: Wir zählten über 2.000 Besucher."
(Jürgen Tandetzki, Gründer und Geschäftsführer "Der Keksbäcker", www.keksbaecker-hamburg.de)

Tipp 3: Alle brainstormen
"Mein Team soll Spaß haben bei der Arbeit. Deshalb beziehe ich auch jeden in alles ein.

Wenn wir einen neuen Auftrag bekommen, machen wir zuerst ein Brainstorming. An dem Brainstorming darf sich das gesamte Team beteiligen. Die Auftragsmappen liegen offen auf einem Tisch im Büro. So weiß jeder, welche Aufträge gerade anstehen.

Wer eine Idee hat, teilt sie mir per Telefon, eMail oder direkt im Büro mit. […] Aus den vorgeschlagenen Ideen schreibe ich dann das Konzept.

Nach jeder Veranstaltung holen wir uns nicht nur das Feedback der Kunden: Es setzen sich alle Mitarbeiter zusammen, die mitgemacht haben.

Wir überlegen dann gemeinsam, was gut gelaufen ist und was nicht. Wenn etwas nicht gut war, behalten wir das im Kopf. […] Teilweise schreibe ich die Kritik auf und lege den Zettel in die Auftragsmappe. Die Auftragsmappen der bereits durchgeführten Veranstaltungen dienen als Vorlage für neue Aufträge.

Dadurch, dass ich mein Team in alles einbeziehe, kommen die Eigeninitiative und der Spaß von ganz alleine."
(Tina Lorenz, Gründerin und Geschäftsführerin Die Touragentur, www.die-touragentur.de)

Tipp 4: Probleme direkt ansprechen
"Als ich meine Nachfolgeabsichten bekannt gab, stand eine klare Ansage ganz am Anfang: Erst kommt das Schiff, dann noch mal das Schiff und dann die Familie. Wir schaffen es nur gemeinsam – ich in der Finanzierung, ihr mit eurer Arbeit.

Ich sprach mit den Mitarbeitern direkt über meine Probleme bei der Übernahme. Als mir die Banken Ende 2004 keinen Kredit geben wollten, stand ich vor dem versammelten Team und sagte: Ich werde die Firma zum 30.12.2004 übernehmen - ohne Banksicherheit. Ihr kommt Anfang Januar wieder in die Firma und arbeitet. Und zusammen finden wir eine Bank.

Die Mitarbeiter sollten spüren, dass ich hinter dem Unternehmen und hinter ihnen stand. Deshalb habe ich alle drei Monate die Unternehmenszahlen transparent gemacht, Ist-Soll-Vergleiche und Planzahlen offen dargelegt und mit den Mitarbeitern diskutiert.

Jeder einzelne Mitarbeiter wurde sich so seiner Verantwortung bewusst."
(Florian Blume, Geschäftsführer Koch & Bergfeld Corpus Silbermanufaktur, www.koch-bergfeld-corpus.com)

Tipp 5: Planspieltipp
"Angefangen hat es damit, dass unser Lehrer in die Klasse kam und das Projekt 'Junior' vorstellte. 'Da kann man Erfahrungen für das Leben nach der Schule sammeln', hat er gesagt.

Wir wollten das sofort machen. Da gibt es kein Risiko, weil alles spielerisch abläuft. Uns ging es vor allem um die Erfahrung - wir wollten nicht in erster Linie Geld verdienen."
(Artur Borger, Sprecher Grammophonia)

(mb)

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