Serie: Alles über Business-Wettbewerbe
Zum Abschluss unserer Siegertipp-Serie geht es heute um die besten Tipps aus den Rubriken Engagement und Umwelt.
Wenn eine Maschine eine Störung hat, dann gibt sie normalerweise ein akustisches Signal. Das könnte Herr Blagojevic nicht hören, also haben wir an der Brötchenmaschine ein Lichtsignal installiert.
…
Als Bäcker arbeitet man eigentlich auch nachts, aber das ist ein Problem für den Ozrenko. Der hatte nur ein Fahrrad, und wenn er damit nachts einen Unfall hätte, könnte er nicht einmal telefonieren. Deswegen arbeitet er bei uns nur tagsüber, weil da auch Busse fahren. Aber ich glaube, mittlerweile hat er sogar einen Führerschein.
…
Seine Kollegen verstehen mittlerweile ein bisschen Gebärdensprache und außerdem haben sie immer etwas zu schreiben dabei. Er arbeitet an der Brötchenbackanlage einfach mit."
(Herbert Hannen, Bäckerei Hannen, www.hannen-online.de)
Tipp 2: Chemie statt Dissonanz
"Wir sind ein kleines Unternehmen. Meine Geschäftspartnerin und ich sitzen nicht irgendwo abgehoben auf einer Chefetage, sondern mittendrin. Die Bürotüren stehen bei uns generell offen.
…
Die Küche ist unser Kommunikationszentrum. Da haben wir einen Kaffeeautomaten, der das ganze Programm liefert. Der Kaffee ist frisch gemahlen und vor allem kostenlos.
…
Außerdem trifft sich einmal im Monat das ganze Team. Das ist ein Pflichttermin, zu dem alle zusammenkommen und gemütlich frühstücken. […]. Da kann man auch loswerden, wenn ein Termin frustrierend war. Es wird gelacht und natürlich nicht nur über die Arbeit gesprochen.
…
Kenne ich meine Mitarbeiter, sehe ich ihnen auch an, wenn es ihnen nicht gut geht.
Ist zum Beispiel eine Mitarbeiterin, die sonst immer strahlt, ungewöhnlich verschlossen und hat Ringe unter den Augen, fällt das auf. Und je nachdem, wie der Mensch so ist, frage ich nach oder warte, bis er selbst etwas sagt.
…
Wichtig ist, ein offenes Ohr für die Probleme der Mitarbeiter zu haben."
(Gunda Rachut, Geschäftsführerin der cyclos GmbH, www.cyclos.de)
Tipp 3: Punkten statt wegschmeißen
"Können Sie sich vorstellen, wie viele von den 100 Millionen Tintenpatronen und Tonerkartuschen aus Druckern, Kopierern und Faxgeräten allein in Deutschland nach Gebrauch in den Restmüll wandern? Rund 80 Prozent!
…
Dabei wäre eine erneute Verwendung relativ problemlos. Und so gibt es nur eins: sammeln, sammeln, sammeln. Leere Kartuschen und Punkte.
…
[Mit] unserem Kooperationspartner [haben wir] ein Sammelprojekt in allen bundesdeutschen Schulen gestartet, bei dem Punkte eine ganz besondere Rolle spielen.
…
Die Schulen, die sich dem System angeschlossen haben, erhalten für jedes Leermodul Grüne-Umwelt-Punkte gut geschrieben. Und die können sie in Materialien für den Unterricht eintauschen.
…
Die Schulen haben die Möglichkeit, Unternehmen zu akquirieren, die für sie sammeln und ihnen die Punkte zur Verfügung stellen. Diese Firmen erhalten von uns dann ebenfalls Boxen zum Sammeln.
…
Ein besonderer Anreiz ist vor allem für die Kleineren der Besuch des lebensgroßen Plüschdrachens Meike bei den Bundes- und Landessiegern: Anfassen erwünscht."
(Meike - der Sammeldrache, www.sammeldrache.de)
Tipp 4: Jobpate statt Jobfrust
"[Seit 2003 vermitteln wir] Job-Paten, die Jugendliche bei der Wahl ihres Berufes beraten und sie auf dem Weg in die Ausbildung begleiten.
…
Unsere Paten kommen querbeet aus allen Bereichen: Mitarbeiter der Firma, ehemalige Personalchefs, Rentner, Azubis oder Absolventen der Strahlemann-Initiative. […] Um die Paten mit den Schülern zusammen zu bringen, gehen wir direkt vor den Sommerferien in die Schulen.
…
Haben sich Paare gefunden, kümmert sich der Pate im ersten Schritt etwa drei bis vier Monate lang um den Jugendlichen. […] In der Regel reicht die Betreuungsphase bis zur Vermittlung in eine Ausbildungsstelle.
…
Beide besprechen in wöchentlichen Treffen den Stand der Ausbildung, die Berufswünsche des Schülers und ob der Berufswunsch zur Qualifikation passt. Außerdem gibt unser Pate Tipps für die Bewerbung […] und geht gegebenenfalls mit zu Vorstellungsgesprächen.
…
Ein Schüler wollte zum Beispiel KFZ-Schlosser werden, hat dort aber über unsere Initiative keine Stelle gefunden. […] Dann sind beide gemeinsam auf Jobsuche gegangen und heute ist der Junge ein ausgezeichneter Kochlehrling."
(Franz-Josef Fischer, Geschäftsführer Jäger Direkt GmbH & Co. KG, www.jaeger-direkt.com)
Tipp 5: Partner statt Subunternehmer
"Ich feierte Silvester 2005 / 2006 mit Freunden und Bekannten […]. Einer stellte mir die Frage: Was würde passieren, wenn Du den Job verlierst? Ich wusste keine Antwort […]. So entstand die 'Initiative Handwerk'.
…
Wir […] brauchen möglichst viele Partner im Handwerk und Handel. […] Wir brauchen aber keine Spendengelder, wir brauchen Arbeit. Und Qualität: Ist der mögliche Partner nicht in der Handwerksrolle eingetragen oder kein Meisterbetrieb – dann eignet er sich nicht für eine Aufnahme. Anders funktioniert es nicht.
…
Es soll eine Gemeinschaft werden: Zusammen auf den Markt gehen, aktiv mit der Einstellung älterer Arbeitsloser werben, Aufträge im Verbund annehmen. Der Partner kann dabei ein gleichberechtigter Unterstützer sein.
…
Wir haben keine Verträge, sondern Vereinbarungen. Es gibt keine regelmäßigen Zahlungen, nur die notwendigen Ausgaben müssen erstattet werden: Öffentlichkeitsarbeit, Pflege der Webseite, Büromaterialien usw. Jeder der beitritt, zahlt seinen Anteil nach einem Schlüssel – eine Umlagezahlung der Mitgliedsfirmen. Mehr nicht."
(Lutz Krause, Geschäftsführer Punkt Innenausbau GmbH Berlin, www.punkt-innenausbau.de)
(mb)
Die besten Tipps der Sieger – Teil 5

Mehr Firmen-Einsatz für die (Aus)Bildung. (© S. Hofschlaeger / PIXELIO)
Tipp 1: Hören statt sehen
"Ozrenko Blagojevic schaut zu, wie die Maschine die Brötchen formt. […] Das Besondere: Herr Blagojevic ist gehörlos. Wir haben Ihm einen Arbeitsplatz geschaffen, der auf seine Bedürfnisse eingerichtet ist.…Wenn eine Maschine eine Störung hat, dann gibt sie normalerweise ein akustisches Signal. Das könnte Herr Blagojevic nicht hören, also haben wir an der Brötchenmaschine ein Lichtsignal installiert.
…
Als Bäcker arbeitet man eigentlich auch nachts, aber das ist ein Problem für den Ozrenko. Der hatte nur ein Fahrrad, und wenn er damit nachts einen Unfall hätte, könnte er nicht einmal telefonieren. Deswegen arbeitet er bei uns nur tagsüber, weil da auch Busse fahren. Aber ich glaube, mittlerweile hat er sogar einen Führerschein.
…
Seine Kollegen verstehen mittlerweile ein bisschen Gebärdensprache und außerdem haben sie immer etwas zu schreiben dabei. Er arbeitet an der Brötchenbackanlage einfach mit."
(Herbert Hannen, Bäckerei Hannen, www.hannen-online.de)
Tipp 2: Chemie statt Dissonanz
"Wir sind ein kleines Unternehmen. Meine Geschäftspartnerin und ich sitzen nicht irgendwo abgehoben auf einer Chefetage, sondern mittendrin. Die Bürotüren stehen bei uns generell offen.
…
Die Küche ist unser Kommunikationszentrum. Da haben wir einen Kaffeeautomaten, der das ganze Programm liefert. Der Kaffee ist frisch gemahlen und vor allem kostenlos.
…
Außerdem trifft sich einmal im Monat das ganze Team. Das ist ein Pflichttermin, zu dem alle zusammenkommen und gemütlich frühstücken. […]. Da kann man auch loswerden, wenn ein Termin frustrierend war. Es wird gelacht und natürlich nicht nur über die Arbeit gesprochen.
…
Kenne ich meine Mitarbeiter, sehe ich ihnen auch an, wenn es ihnen nicht gut geht.
Ist zum Beispiel eine Mitarbeiterin, die sonst immer strahlt, ungewöhnlich verschlossen und hat Ringe unter den Augen, fällt das auf. Und je nachdem, wie der Mensch so ist, frage ich nach oder warte, bis er selbst etwas sagt.
…
Wichtig ist, ein offenes Ohr für die Probleme der Mitarbeiter zu haben."
(Gunda Rachut, Geschäftsführerin der cyclos GmbH, www.cyclos.de)
Tipp 3: Punkten statt wegschmeißen
"Können Sie sich vorstellen, wie viele von den 100 Millionen Tintenpatronen und Tonerkartuschen aus Druckern, Kopierern und Faxgeräten allein in Deutschland nach Gebrauch in den Restmüll wandern? Rund 80 Prozent!
…
Dabei wäre eine erneute Verwendung relativ problemlos. Und so gibt es nur eins: sammeln, sammeln, sammeln. Leere Kartuschen und Punkte.
…
[Mit] unserem Kooperationspartner [haben wir] ein Sammelprojekt in allen bundesdeutschen Schulen gestartet, bei dem Punkte eine ganz besondere Rolle spielen.
…
Die Schulen, die sich dem System angeschlossen haben, erhalten für jedes Leermodul Grüne-Umwelt-Punkte gut geschrieben. Und die können sie in Materialien für den Unterricht eintauschen.
…
Die Schulen haben die Möglichkeit, Unternehmen zu akquirieren, die für sie sammeln und ihnen die Punkte zur Verfügung stellen. Diese Firmen erhalten von uns dann ebenfalls Boxen zum Sammeln.
…
Ein besonderer Anreiz ist vor allem für die Kleineren der Besuch des lebensgroßen Plüschdrachens Meike bei den Bundes- und Landessiegern: Anfassen erwünscht."
(Meike - der Sammeldrache, www.sammeldrache.de)
Tipp 4: Jobpate statt Jobfrust
"[Seit 2003 vermitteln wir] Job-Paten, die Jugendliche bei der Wahl ihres Berufes beraten und sie auf dem Weg in die Ausbildung begleiten.
…
Unsere Paten kommen querbeet aus allen Bereichen: Mitarbeiter der Firma, ehemalige Personalchefs, Rentner, Azubis oder Absolventen der Strahlemann-Initiative. […] Um die Paten mit den Schülern zusammen zu bringen, gehen wir direkt vor den Sommerferien in die Schulen.
…
Haben sich Paare gefunden, kümmert sich der Pate im ersten Schritt etwa drei bis vier Monate lang um den Jugendlichen. […] In der Regel reicht die Betreuungsphase bis zur Vermittlung in eine Ausbildungsstelle.
…
Beide besprechen in wöchentlichen Treffen den Stand der Ausbildung, die Berufswünsche des Schülers und ob der Berufswunsch zur Qualifikation passt. Außerdem gibt unser Pate Tipps für die Bewerbung […] und geht gegebenenfalls mit zu Vorstellungsgesprächen.
…
Ein Schüler wollte zum Beispiel KFZ-Schlosser werden, hat dort aber über unsere Initiative keine Stelle gefunden. […] Dann sind beide gemeinsam auf Jobsuche gegangen und heute ist der Junge ein ausgezeichneter Kochlehrling."
(Franz-Josef Fischer, Geschäftsführer Jäger Direkt GmbH & Co. KG, www.jaeger-direkt.com)
Tipp 5: Partner statt Subunternehmer
"Ich feierte Silvester 2005 / 2006 mit Freunden und Bekannten […]. Einer stellte mir die Frage: Was würde passieren, wenn Du den Job verlierst? Ich wusste keine Antwort […]. So entstand die 'Initiative Handwerk'.
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Wir […] brauchen möglichst viele Partner im Handwerk und Handel. […] Wir brauchen aber keine Spendengelder, wir brauchen Arbeit. Und Qualität: Ist der mögliche Partner nicht in der Handwerksrolle eingetragen oder kein Meisterbetrieb – dann eignet er sich nicht für eine Aufnahme. Anders funktioniert es nicht.
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